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am 29.11.2010 um 05:56 MEZ
 

 

 

 

Guadeloupe ist ein Überseedépartement und eine Region Frankreichs, bestehend aus einer Gruppe von neun Inseln der kleinen Antillen in der Karibik. Die Insel ist ein vollintegrierter Teil des französischen Staates und damit auch Teil der Europäischen Union. Der Euro ist somit wie im französischen Kernland auch das gesetzliche Zahlungsmittel. Geografie Guadeloupe besteht aus den neun Inseln Basse-Terre, Grande-Terre, Marie-Galante, La Désirade, Îles des Saintes (bestehend aus 2 kleinen Inseln), Saint-Barthélemy, Îles de la Petite Terre und dem französischen Teil der Insel Saint-Martin. Niedrigster Punkt: Karibisches Meer, 0 m NN. Höchster Punkt: Soufrière, 1467 m NN. Klima: Subtropische Temperaturen durch Passatwinde, moderate Feuchtigkeit Bodenbeschaffenheit: Basse-Terre ist vulkanischen Ursprungs mit Bergen im Landesinneren, Grande-Terre ist relativ flach und besteht hauptsächlich aus Kalkstein. Die meisten der anderen sieben Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Landnutzung: Anbaufläche: 14 % Dauerkulturen: 4 % Weideflächen: 14 % Wälder: 39% Natürliche Risiken: Hurrikans (von Juni bis Oktober), Soufrière ist ein aktiver Vulkan. Geografische Lage: 16° 15′ N, 61° 35′ W .

Geschichte

Arawak und Karaiben

Die ältesten archäologischen Zeugnisse menschlichen Lebens stammen aus der Zeit von 3500 - 3000 v. Chr. Zu Beginn der Zeitrechnung besiedelten die Saladoiden, auch Arawak genannt, die Antillen. Ihnen folgten ab 600 n. Chr. die Karaiben. Beide Ethnien kamen aus Südamerika und hatten ähnliche Lebensweisen. Aus der Beute, die sie durch Jagd und Fischfang erlegten, bereiteten sie einen höllisch scharfen Pfeffertopf und servierten ihn mit Fladenbrot aus Maniokmehl. Zum Nachtisch gab’s Papayas, Guaven, Ananas und Avocados und für die Herren eine Zigarre. Zu ihren Haushaltsgeräten gehörten Tongefäße, Behälter aus Pflanzenmaterial und Hängematten aus Baumwolle. Die Frauen trugen einen Lendenschurz, die Männer gingen nackt. Zum Schutz gegen Insekten, als Schmuck und als Kriegsbemalung rieben sie sich mit einem Roucou genannten roten Pflanzenfarbstoff ein, der mit Öl vermischt wurde. Auf ihren Kriegszügen töteten die Karaiben die Arawak-Männer und nahmen deren Frauen als Sklaven. Von den Karaiben wird berichtet, dass sie ihre männlichen Gefangenen verzehrten. Allerdings hat sich herausgestellt, dass viele Gerüchte um Kannibalismus wissenschaftlich nicht haltbar sind und sich entweder als falsch verstandene Beerdigungsriten entpuppten oder als banaler Actionjournalismus (gabs damals also auch schon).

Sklaven und Herren

Kolumbus erreichte die Insel am 4. November 1493 und nannte sie Sainte Marie de la Guadelupe. Bei den Karaiben hieß sie Karukera – Insel der schönen Wasser. Die Karaiben wehrten sich erfolgreich gegen die Spanier. Erst 1635 gelang es den Franzosen, Guadeloupe zu kolonisieren. Sie bauten vor allem Zuckerrohr und Kaffee an. Die Auseinandersetzungen mit den Karaiben endeten mit deren Deportierung auf die Nachbarinsel Dominika. Als Arbeitskräfte ließen sich die neuen Herren AfrikanerInnen bringen, die mit Sklavenschiffen in die Neue Welt verschleppt wurden. Statistisch gesehen überlebte ein Sklave auf einer Plantage sieben Jahre, Frauen wurden durch den Schock oft unfruchtbar. Von 1759 bis 1763 wurde Guadeloupe von England besetzt. Im Zuge der Französischen Revolution von 1789 wurde die Sklaverei 1794 aufgehoben. Am 20. Mai 1802 führte Napoleon die Sklaverei wieder ein. Delgres und Ignace - zwei schwarze Truppenführer – stellten sich mit ihren Soldaten Napoleons Truppen entgegen und ließen ihr Leben im Kampf um die Freiheit. Die Überlebenden wurden gehängt, darunter eine Frau mit Namen Solitude, die bei ihrer Gefangennahme hochschwanger war. Die Geburt des Baby’s wurde abgewartet, dann wurde auch sie hingerichtet. Das neue Regime griff mit großer Härte durch. Mehr und mehr Sklaven flüchteten sich in die Wälder, und es gab häufig Aufstände. Inzwischen traten auch Menschenrechtler wie Victor Schoelcher auf den Plan. 1848 konnte der Status Quo nicht länger aufrechterhalten werden und die Sklaverei wurde am 27. Mai 1848 abgeschafft. Viele ehemalige Sklaven waren nicht mehr bereit, auf den Plantagen zu arbeiten. Um den Plantagenbetrieb aufrechterhalten zu können, wurden deshalb Kongoer und Inder nach Guadeloupe gebracht. Der Plantagenbesitzer bezahlte die Überfahrt, dafür mussten diese Kontraktarbeiter 3-5 Jahre auf seiner Plantage arbeiten. Dann waren sie frei und konnten zurückkehren oder in Guadeloupe bleiben.

Schwarze Franzosen

Ende des 18. Jhs. räumte Frankreich der schwarzen Bevölkerung Wahlrecht ein. 1470 der neuen Söhne Frankreichs ließen im Ersten Weltkrieg ihr Leben für Frankreich. Auch vom Zweiten Weltkrieg wurde Guadeloupe betroffen. Nach Frankreichs Kapitulation flohen junge Freiwillige unter Lebensgefahr von der Insel und schlossen sich den Alliierten bzw. General de Gaulle an. 1946 wurde Guadeloupe zum Departement d'Outre Mer (DOM). Für Guadeloupe bedeutete dies das Ende als Kolonie und eine gezielte Politik der Assimilation. Als Antwort entstanden in den 80er Jahren nationale Bewegungen, die versuchten, sich von Frankreich zu lösen. In ihren Radiosendungen wird ausschließlich Kreol gesprochen. Die Eigenständigkeit der antillanischen Kultur wird betont. Vor allem aber sind die Independentisten bestrebt, die Eigenverantwortlichkeit der Bevölkerung für ihr Land zu entwickeln. Der größte Teil der Bevölkerung hält eine Unabhängigkeit von Frankreich gegenwärtig jedoch nicht für realistisch. 1982 erhält Guadeloupe den Status einer Region.

Wirtschaft

Hauptzweige der Wirtschaft sind Ackerbau, Fremdenverkehr, Leichtindustrie und Dienstleistungen. Guadeloupe ist von französischen Importen und Förderungen abhängig. Der Fremdenverkehr ist ein Schlüsselzweig der Wirtschaft, die meisten Urlauber kommen aus den USA, eine steigende Anzahl an Kreuzfahrtschiffen besucht die Inseln. Traditionelle Anbauprodukte wie Rohrzucker werden langsam durch andere Produkte wie Bananen (die ungefähr 50 % des jährlichen Exportertrages ausmachen), Auberginen und Blumen ersetzt. Anderes Gemüse und Hackfrüchte werden für den lokalen Verbrauch angebaut, trotzdem ist Guadeloupe von importierten Nahrungsmitteln, hauptsächlich aus Frankreich abhängig. Die Leichtindustrie zeichnet sich durch die Zucker- und Rumproduktion aus. Die meisten fabriktechnisch gefertigten Waren sowie Treibstoff werden importiert. Die Arbeitslosigkeitsrate ist besonders unter jungen Guadeloupianern sehr hoch. Gelegentliche Hurrikans schaden der Wirtschaft. Die Währung ist der Euro. BIP pro Kopf: 9000 $ Arbeitskräfte: ca. 130 000 Arbeitslosigkeit: 27,8 % Wirtschaftszweige: Baugewerbe, Zement-, Rum- und Zuckerproduktion, Fremdenverkehr Landwirtschaftliche Produkte: Bananen, Rohrzucker, Tropische Früchte und Gemüse, Rinder, Schweine, Ziegen Exportwaren: Bananen, Zucker, Rum Exportländer: Frankreich 80 %, Martinique 18 %, USA 4 % Importwaren: Nahrungsmittel, Treibstoff, Autos und andere Konsumgüter, Rohstoffe für das Baugewerbe Importländer: Frankreich 63 %, Deutschland 4 %, USA 3 %, Japan 2 %, Niederländische Antillen 2 %

Ein-/Ausreise

Auf Guadeloupe gelten die europäischen Bestimmungen für Ein- und Ausreise. Ein gültiger deutscher Reisepass oder Personalausweis genügt, wenn Sie nicht länger als drei Monate bleiben möchten. Ein Visum ist nicht erforderlich.

Flughafensteuer

Die Flughafensteuer ist im Ticket-Preis enthalten.

Unterwegs

Die Straßenverhältnisse von Guadeloupe entsprechen europäischem Standard. Mietwagen gibt es am Flughafen und in den größeren Städten. Außerdem gibt es auf Guadeloupe eine gute Bus-Infrastruktur.

Klima & Kleidung

Die Insel Guadeloupe ist das ganze Jahr über ein attraktives Reiseziel. Passatwinde sorgen für willkommene Abkühlung und die Temperaturen liegen zwischen 23 und 31 Grad. Das Meer kann bis zu 28 Grad warm werden. Tropische Regenfälle werden selten zum Dauerregen, sondern ergießen sich bei angenehmen Temperaturen in wenigen Minuten vom Himmel.

Praktische Hinweise, Sport- und Freizeitangebot

Guadeloupe ist ein Paradies für Aktive. Biking, Golf, Tennis, Canyoning und Tauchen sind nur einige Sportarten, die man auf dem "Schmetterling der Karibik" ausüben kann. Die weißen Palmenstrände und das türkisblaue Meer laden aber auch zum Träumen ein. Wer "nur" die Seele baumeln lassen möchte, ist hier goldrichtig. Für Taucher bietet Guadeloupe eine besondere Attraktion. Das Unterwasserreservat "Jaques Cousteau" ist ein Mekka für Hobbytaucher und beeindruckt mit seiner Meeresvegetation.

Strom

Die Stromspannung beträgt 220 Volt - wie in Europa. Ein Adapter ist meistens nicht erforderlich.

Zeitunterschied

Guadeloupe liegt im Winter fünf und im Sommer sechs Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit zurück.

Zahlungsmittel

Landeswährung ist der Euro. Reiseschecks und Kreditkarten werden fast überall akzeptiert. Bargeld kann man an zahlreichen Geldautomaten mit der EC- oder Kreditkarte abheben.

Geschäftszeiten

In der Regel haben die Geschäfte von montags bis freitags von 9.00 Uhr bis 12.30 Uhr und von 14.30 Uhr - 18.00 Uhr, samstags bis 13.00 Uhr geöffnet. Die Supermärkte und Einkaufszentren sind, außer sonntags, bis 20.00 Uhr geöffnet. Die Banken halten ihre Schalter montags bis freitags von 8.00 Uhr - 12.00 Uhr und von 14.00 Uhr - 16.00 Uhr geöffnet. In den Sommerferien sind die Banken durchgehend von 8.00 Uhr - 15.00 Uhr geöffnet.

Anreise

Von Deutschland aus erreichen Sie Guadeloupe und Saint Martin mehrmals täglich via Paris. Hauptanbieter ist Air France. Ab Paris fliegen Air Lib, Corsair und andere. Mit Air Caraibes und anderen regionalen Fluggesellschaften kann man alle Inseln des Archipels problemlos anfliegen. Von der Hauptinsel Guadeloupe gibt es tägliche Fährverbindungen nach Marie Galante, Les Saintes, La Desirade, Dominika und Martinique. Zwischen den Inseln St. Martin und St. Barthelemy besteht ebenfalls Fährverkehr.

[Textquellen Wikipedia]

 

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